Intuitive Eating – gesund UND glücklich!

IMG_2532Hallo ihr Lieben,

wie versprochen möchte ich heute mit euch meine Gedanken zum intuitiven Essverhalten teilen. Schon vor 1 Jahr habe ich das Buch „Intuitive Eating“ schon einmal gelesen und ich lese es grade noch einmal bzw. überfliege es, um mir die Prinzipien wieder vor Augen zu führen.

In letzter Zeit habe ich (leider) wenig intuitiv gegessen. Ich habe Kalorien und Makros getrackt und mich sehr unter Druck gesetzt. Für manch einen mag das Makros tracken super funktionieren, ich bin nur leider nicht der Typ dafür. Es ist super, um für kurze Zeit mal einen Überblick zu bekommen, aber auf Dauer wird es mir einfach zu viel. Ich konnte richtig beobachten, wie ich nach einer Mahlzeit schon auf die nächste hinfieberte und ich aß oft, bevor ich überhaupt wieder Hunger hatte. Genau aus diesem Grund hatte ich auch am Abend nach meiner eigentlich „letzten“ Mahlzeit noch Heißhunger, was mir nur ein schlechtes Gewissen eingebracht hat. Nachdem das 3 Tage so ging dachte ich mir: NEIN! Jetzt ist aber Schluss! Ich habe Myfitnesspal verbannt und aufgehört zu zählen, mich beim Essen auf mein Essen konzentriert und es langsam genossen und hab auf mein Hungergefühl gehört – genau um das geht es beim Intuitiven Essen!

Nun möchte ich euch kurz die 10 Prinzipien des Intuitive Eating vorstellen, damit ihr euch selbst ein Bild davon machen könnt

1)Legt die Diät-Mentalität ab

Sie sind ja so verlockend: die Programme, die einem versprechen in kurzer Zeit viel abzunehmen und „fit für den Sommer“ zu werden. Die einen schlittern von Atkins direkt in Dukan, die anderen quälen sich durch den 5. Versuch eine Low Carb Diät durchzuhalten. Aber wisst ihr was? Diäten funktionieren einfach nicht. Denkt mal dran, we viele Leute ihr kennt, die schon an Diäten gescheitert sind und danach erstens unglücklich waren, sich selbst die Schuld gegeben haben und noch mehr Pfunde auf den Hüften hatten als vorher. Die Wahrheit ist aber: Schuld seid nicht ihr, sondern die Diäten selber. Euer Körper weiß genau was ihr braucht und wenn ihr lernt, ihn zu respektieren und ihm zuzuhören werdet ihr bald merken, dass das besser funktioniert als jede Diät – vor allem auch längerfristig.

2) Achte auf dein Hungergefühl!

Auch wenn ihr das bestimmt schon 10000 Mal gehört habt: versucht euren Hunger zu „ehren“. Wartet nicht wie die Wahnsinnig drauf, wann euer Magen ENDLICH wieder knurrt, damit ihr etwas essen könnt oder bis die heiligen 4 Stunden vergangen sind seit eurer letzten Mahlzeit. Entwickelt ein natürliches Verhältnis zu eurem Hungergefühl und esst, wenn ihr das Gefühl habt, euer Körper braucht Nahrung. Egal, ob es 2 oder 5 Stunden nach eurem letzten Essen ist – euer Körper weiß schon, was er tut! Wenn ihr zulasst, dass euer Hunger exzessiv wird, dann könnt ihr euch vielleicht überhaupt nicht mehr kontrollieren und „fresst“ ohne Punkt und Komma. Hört wortwörtlich auf euer Bauchgefühl!

3) Schließt Frieden mit dem Essen!

Ihr solltet Essen niemals als euren Feind ansehen, nicht als etwas, das euch dick macht. Euer Körper braucht Nahrung, sie gibt euch Energie, macht euch glücklich, NÄHRT euch und ist einfach unumgänglich. Ihr dürft kein bestimmtes Lebensmittel als schlecht einstufen und andere als gut. Wenn ihr einen Kuchen esst und euch selbst ein schlechtes Gewissen macht, weil ihr gerade etwas böses gegessen habt, wird das bloß zu Heißhunger führen. Habt ihr Lust auf einen Kuchen und verlangt euer Körper danach? Dann esst ihn! Genießt jeden einzelnen Bissen und wenn ihr aufgegessen habt, dürft ihr euch denken „Oh das war jetzt lecker!“ und nicht „Verdammt! Morgen nur Salat!“.

4) Fordert die Essens-Polizei heraus!

Das klingt erst mal blöd, ich weiß. Aber kennt ihr das, wenn eine kleine Stimme in eurem Kopf verrückt spielt und euch genau dran erinnert, wie schlecht doch Kuchen für die Figur ist und wie verwerflich es ist, dass ihr nun doch schwach geworden seid. Hättet ihr doch lieber mal nur einen Apfel gegessen…NEIN! Sobald solche Gedanken aufkommen, müsst ihr sie im Kern ersticken. Denkt bewusst an etwas anderes, lenkt euch ab und lasst solche Gedanken nicht zu.

5) Respektiert euer Sättigungsgefühl!

Dieses Prinzip ist eng verknüpft mit dem, dass ihr euren Hunger ehren sollt. Wer langsam und bewusst isst, kann feststellen, wann er angenehm gesättigt ist und dann auch aufhören. Selbst wenn der Teller dann noch nicht leer ist, ist das egal. Hebt euch den Rest einfach auf, zum Beispiel fürs Abendessen. Ihr müsst deshalb kein Essen verschwenden. Vielleicht geht es euch wie mir und ihr habt eine kleine Raupe Nimmersatt zum Freund – dann löst ihr das Problem in Null komma Nichts und seid satt und zufrieden statt vollgestopft und unglücklich.

6) Entdeckt den Zufriedenheits-Faktor!

„Wie? Was? Ein Zufriedenheitsfaktor? Was soll denn das sein?“ Es ist ganz einfach: ihr werdet schnell merken, wie zufrieden euch eine Mahlzeit macht, wenn ihr in einer Umgebung essen könnt, in der ihr euch wohl fühlt und wenn ihr das esst, worauf ihr wirklich Lust habt. Diese tolle Erfahrung wird euch zufrieden stellen und ihr werdet es genießen.

7) Lernt auch ohne Essen mit euren Emotionen umzugehen!

Sobald etwas tolles passiert, „belohnt“ ihr euch mit einer Torte, wenn ihr traurig seid, greift ihr zur Schokolade und wenn im Fernsehen ein spannender Film läuft, dann knabbert ihr eifrig an euren Chips. Unsere Emotionen sind oft so verknüpft mit Essen, dass wir es gar nicht wahrnehmen. ABER Essen ist KEIN Mechanismus um mit Trauer oder anderen Emotionen umzugehen. Wenn ihr traurig seid, redet mit Freunden, lenkt euch ab, unternehmt etwas. Eine Tafel Schokolade macht die Situation leider auch nicht besser, auch wenn wir uns das sehnlichst wünschen würden. Für kurze Zeit seid ihr befriedigt, aber auf lange Sicht braucht es mehr als das, um eure Gefühle zu ändern.

8) Akzeptiert euren Körper!

Das ist mein Lieblingspunkt! Liebt euch, wie ihr seid. Seht euch im Spiegel an und sagt euch Dinge, die ihr an euch selbst mögt. Jeder Fehler hat Macken und kleine Fehler, aber das bedeutet nicht, dass wir nicht schön oder gut genug sind. Es hat keinen Sinn, wenn wir unsere Kleidung 2 Größen kleiner kaufen, damit wir sagen können „Ich trage eine 36“. Wenn ihr euch selbst annehmt und euch Kleidung kauft, die euch schmeichelt und eurerKleidergröße entspricht, könnt ihr euch entfalten und müsst nicht ständig an euer kleines Muffin Top oder eure Oberschenkel denken. Statt „Darf ich mir mit meiner Figur die Pizza leisten?“ könnt ihr einfach denken: „Will ich gerade eine Pizza essen? Habe ich Lust drauf?“. Wer sich selber nicht akzeptieren kann, kann die Diät Mentalität viel schwerer ablegen.

9) Sport – fühlt den Unterschied!

Das ist mir in Moment ganz wichtig: Man muss Sport machen, weil man weiß, wie gut es einem tut und wie positiv es sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden ausübt und NICHT weil man denkt: „Ach ich war schon 2 Tage nicht im Fitnessstudio, ich MUSS heute.“ Seid im Alltag aktiv, bewegt euch, habt Freude an dem, was ihr tut. Egal ob das Laufen, Pilates, Yoga, Krafttraining, Zumba, Kampfsport oder weiß-Gott-was ist – kein Sport ist „besser“ als der andere. Selbst wenn es nur 15 Minuten sind – ihr habt etwas für euch getan und werdet schnell merken, wie gut sich Sport anfühlt.

10) Gesundheit steht an oberster Stelle!

Ihr seid 20 Jahre alt, dünn und glücklich damit. Jeden Tag müsst ihr Hungern, Diätprodukte essen und euch auf dem Laufband quälen. Und das alles nur, damit ihr möglichst dünn seid. Ich HOFFE, dass niemand unter meinen Lesern so denkt. Denn eure Gesundheit sollte IMMER an erster Stelle stehen. Ihr solltet Energie haben, Freude am Leben und einen vitalen Körper. Natürlich dürft ihr auch mal ein Eis essen, Cola trinken oder mit euren Freunden weggehen. Im Leben geht es um Balance! Manchmal isst man 5 Tage lang nur gesund, geht gerne zum Sport und trinkt viel grünen Tee, am nächsten Tag isst man eben mal Torte und trinkt heiße Schokolade – das ist absolut ok und schadet eurer Gesundheit nicht. Was euch schadet, ist exzessives Verhalten, wie hungern.

Ich kann euch das Buch „Intuitive Eating“ („Intuivit Abnehmen“ ist der deutsche Titel, obwohl im Buch betont wird, dass es nicht nur um Abnehmen geht!) wirklich ans Herz legen. Es verändert eure Denkweise vielleicht genauso wie meine und macht aus euch einen gesünderen und glücklicheren Menschen.

16 Gedanken zu “Intuitive Eating – gesund UND glücklich!

  1. Hey Jule,
    Erstmal muss ich dir sagen das ich deinen Blog und deine Instagramseite unglaublich toll finde. Du bist super inspierierend und ich bin ein riesen Fan!!!
    Ich häng schon lange in der Schleife des Makrozählen.
    Gerade habe ich den Entschluss gefasst meine App zu löschen da es langsam wirklich krankhaft wird, wenn ich schon einen Mädelsabend absagen will, weil ich befürche doch zur Schokolade zu greifen..
    Meine Frage ist aber, wie schaffst du es dein Gewicht ohne ,, Kontrolle “ zu halten ?
    Funktioniert das wirklich mit gesundem Essen, Sport und imemr mal wieder ein paar Cheats ?
    liebe Grüße. 🙂

    1. Danke danke danke! Das freut mich!
      Das war genau der richtige Entschluss 🙂 bei intuitive Eating wird immer vom „natürlichen Gewicht“ gesprochen. Das ist das Gewicht, das man hält, wenn man eben intuitiv isst und nie hungert etc. Ich halte mein Gewicht bei etwa 57 kg und nehme Null zu oder ab, wenn ich nach Hunger und Lust esse. Nehmen wir an, du hättest durch dein Verhalten nun nur mehr 45 kg, dann würdest du das Gewicht wahrscheinlich nicht halten. Es kann aber in beide Richtungen gehen. Bei den meisten passiert aber recht wenig – vielleicht +- 2 kg und das kann man wirklich verkraften wenn man dadurch glücklicher wird!
      Probier es einfach mal aus und du wirdt sehen, es ist nichts schlimmes dabei 🙂

  2. Ein toller Beitrag! Ich nutze MyFitnessPal immer noch, aber einfach nur als Überblick. Ich setze mich keineswegs unter Druck, dies oder jenes zu erreichen und esse trotzdem, was ich möchte. Intuitiv klappt das schon ganz gut 😉
    Das Buch will ich auch unbedingt noch lesen. So viele tolle Mädels empfehlen das schon!

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Solange du dich nicht unter Druck setzt, ist das ja auch mehr als in Ordnung 🙂 manche können das super, manche eher nicht (ich zb :D). Das Buch ist toll! Sehr zu empfehlen!
      Liebe Grüße!

  3. ein sehr schöner Beitrag … und er klingt so einfach und logisch, dass ich finde es sollte das normalste der Welt sein intuitiv zu essen – is(s)t nur häufig nicht so …

    ich habe mich jetzt seit gut 7 Jahren nicht mehr gewogen … der Fakt, dass ich mich wohl in meiner Haut fühle, weil ich mich gesund ernähre, viel bewege und meine Hosen nach wie vor gut sitzen, genügt mir als objektive Einschätzung meines Gewichts. zudem bin ich mir bewusst, dass das Gewicht einer Frau zyklischen Umständen unterliegt, weshalb es sehr normal ist, dass wir nicht immer das selbe Gewicht haben. wenn ich mal zwei, drei Kilo mehr wiege, bringt mich das deswegen nicht aus dem Gleichgewicht … mein Körper braucht das dann wohl und es ist nur eine Frage der Zeit, wann ich sie wieder verliere.

    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

    1. Genauso ist es! Das finde ich toll von dir! Ich habe mich seit 1 Monat nicht gewogen und mache es nur mehr ganz selten, weil es mir mehr als egal geworden ist – zum Glück! Aus Interesse werde ich mich morgen vor meiner Detox Kur mal wiegen, sonst brauche ich die Waage garnicht mehr 🙂

  4. Sehr schöner Überblick über das Thema Intuitive Eating! Ich habe das Buch ebenfalls gelesen und es hat mir sehr dabei geholfen wieder entspannter mit dem Thema Essen umzugehen. Und vor allem selbstauferlegte Regeln, wie frühestens nach 4 bis 5 Stunden erst wieder etwas zu Essen (obwohl man schon vorher Hunger hat. Oder aber umgedreht sich um eine gewisse Uhrzeit etwas reinzuzwängen, weil der Plan sagt, dass es Zeit dafür ist, obwohl man gar keinen Appetit hat. – Schön bekloppt!) abzulegen. Man muss erst wieder lernen, auf seine wirklichen Bedürfnisse zu hören. Finde deine Einstellung und Texte sehr gut und motivierend!

    1. Genauso ist es – es ist auch ein Prozess und man muss Geduld haben. Manchmal macht man auch einen Schritt zurück, aber es ist auf jeden Fall der richtige Weg (für mich auf jeden Fall!)

  5. Vielen Dank für diesen tollen Post genau zum richtigen Zeitpunkt für mich! Ich nutze auch eine App um Kalorien zu zählen, weil ich Angst habe wieder zu zu nehmen. Aber momentan bin ich einfach genervt davon. Ich hab das Gefühl nur noch zu planen, was ich wann esse und wie viel Sport ich machen sollte. Eigentlich totaler Schwachsinn. Deshalb wird die App jetzt deaktiviert und das Buch bestellt 😉

  6. Dein Post ist wirklich super und du hast mich sehr sehr neugierig auf das Buch gemacht!!
    Ich bin momentan ein wenig „verunsichert“ wie mein Weg weitergehen soll. Habe Anfang 2015 in den „Fitnesslifestyle“ herein gefunden und ihn lieben & leben gelernt =) Dadurch habe ich auch 21 Kg abgenommen und bin nun körperlich super zufrieden mit mir. Leider bin ich aber auch in die „LowCarb“ Falle geraten, tacke ziemlich genau meine Ernährung und bin auch noch im Defizit. Habe einfach super „Angst“ davor wieder zuzunehmen bzw. das zu „verlieren“ was ich jetzt so sehr liebe, auch mein neues Selbstbewusstsein, auf der anderen Seite würde ich auch gerne wieder „unbeschwerter“ leben, essen und Sport machen. Momentan plane ich genau wieviel ich was wann esse und steigere langsam meine kcal und Kohlenhydrate um es ja nicht zu schnell zu machen, wiege mich fast jeden Tag etc., aber mich setzt das alles auch sehr unter Druck, bzw. mit dem Alltag ist es nicht gut zu kombinieren… Ich bewundere dich so sehr für deine Einstellung und, dass du für dich deinen gesunden Weg gefunden hast. Meinst du, ich sollte versuchen alles erstmal etwas „lockerer“ zu machen um dann langsam iwann ganz davon wegzukommen ? Man liest einfach immer so viel und grade nach langen „Diäten“ hab ich immer gehört, dass man seinem Körper in Sachen „Hunger- und Sättigungsgefühl“ erst nicht vertrauen sollte etc….

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